facebook youtube

Zinngießerei

Die Arrenbergsche Werkstatt

Über 200 Jahre lang waren Mitglieder der Familie Arrenberg als Zinngießer im Bergischen Land tätig. Das genaue Gründungsjahr der Zinngießerei Gebr. Arrenberg ist nicht bekannt. Die ersten namentlich bekannten Zinngießer waren die in Elberfeld (Wuppertal) geborenen Brüder Johann Wilhelm (1720 – 1789) und Johann Henrich (1723 – 1789) Arrenberg.

Die Gründung der Arrenbergschen Zinngießerei fiel in eine schwierige Zeit, da Zinn, das "Silber des kleinen Mannes", allmählich durch Porzellan, Steingut und Email verdrängt wurde. 1830 verlegte man die Firma von Elberfeld nach Solingen. Neben den üblichen Zinngeräten wurden auch Produkte für die Solinger Stahlwaren-Industrie wie Löffel- und Messergriffe hergestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es keinen Bedarf mehr für Erzeugnisse aus Zinn. Carl Arrenberg, der letzte Zinngießer aus der Familie Arrenberg, verstarb 1940.

Eine Spezialität war die Herstellung der bauchigen Kaffeekannen aus Zinn mit einem kleinen Kranen als Ausguss. Ihre charakteristische Form gelangte über Holland ins Bergische Land. Seitdem das Kaffeetrinken im 19. Jahrhundert erschwinglicher und beliebter wurde, rückte die Kaffeekanne in den Mittelpunkt des gedeckten Tisches. Allerdings hatten die Kranenkannen einen Nachteil: Der in der Kanne verbleibende Kaffeesatz verstopfte nach dem ersten Aufdrehen den Ausguss. Der Kaffee floss nicht mehr in die Tasse, er tropfte, er "dröppelte". Dies und ihre rundliche, an eine Hausmamsell erinnernde Form verhalfen der Kanne zu dem liebevollen Namen "Dröppelmina".

Durch den Ankauf des Werkstattinventars und der alten Geschäftsbücher konnte die Stadt Solingen die Erinnerung an das traditionsreiche Handwerk erhalten. Seit 1999 ist die historische Zinngießerei im Deutschen Klingenmuseum wieder aufgebaut. Regelmäßige Vorführungen erläutern die Kunst des Zinngießens.

Galerie