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Pott Archiv

Der Nachlass C. Hugo Pott, Solingen

"Entbehrliches weglassen und das Nützliche umso vollkommener und schöner gestalten." (Carl Pott)

Carl Pott war die prägende Persönlichkeit an der Spitze der Firma "C. Hugo Pott, Spezialfabrik silberner, versilberter, rostfreier Bestecke und Tischgeräte", die er zu einer Manufaktur mit Weltgeltung machte.
Mehr als 100 Jahre (1904 – 2005) war die renommierte Besteckfirma in Solingen ansässig. Das klare, am Bauhaus-Gedanken orientierte Design der Bestecke und Tafelgeräte und die Qualität der Verarbeitung machten Pott-Bestecke und Tafelgeräte international bekannt und bescherten ihnen zahllose Auszeichnungen.

1935 legte Carl Pott mit seinem schlichten, glatten Modell 2716 den Grundstein zu einem Besteckprogramm, das sich spürbar von den Sortimenten der übrigen Besteckanbieter in Deutschland abhob. Auf der Weltausstellung in Paris 1937 erhielt der gerade 31-jährige Carl Pott für dieses Besteckmuster die internationale Auszeichnung "Diplom D’Honneur".

Die Mitarbeit des Künstlers in der Industrie war eine der zentralen Forderungen des Deutschen Werkbundes. Carl Pott folgte dieser Maxime. Er suchte Kontakt zu fähigen Gestaltern auf dem Gebiet der Gebrauchskunst. So betraute er Hermann Gretsch, Wilhelm Wagenfeld, Josef Hoffmann, Elisabeth Treskow und Hans Schwippert mit Entwürfen für seine Bestecke.

Vor einigen Jahren ging dann eine Ära zu Ende: Pott hat Ende des Jahres 2005 die Stadt Solingen verlassen, die Produktion wird von dem neuen Eigentümer Seibel Designpartner in Mettmann weitergeführt. Ein wichtiger Teil jedoch bleibt in Solingen: Das Deutsche Klingenmuseum erhielt eine großzügige Schenkung von Hannspeter Pott, der das Archiv der Firma dem Museum überließ. So befinden sich nun als "Pott-Archiv" im Deutschen Klingenmuseum sämtliche Besteckmodelle, Servierteile, Sonderbesteckteile, Hohlwaren wie Becher, Schalen und Teller, Entwurfszeichnungen, Entwicklungsreihen und Handmuster, Prospekte, Kataloge und Werbeanzeigen.

Der dem Pott-Archiv gewidmete Ausstellungsraum zeigt anhand einer repräsentativen Auswahl aus diesem Fundus die Geschichte von "C. Hugo Pott". Er ist ausgestattet mit den originalen Möbeln und Gegenständen des Musterzimmers am ehemaligen Solinger Firmensitz in der Ritterstraße.

Publikationen

Antoinette Lepper-Binnewerg: Carl Pott – Das Nützliche vollkommen gestalten
Hamburg 1993, 108 Seiten, zahlreiche Abbildungen
10,00 Euro an der Museumskasse

Barbara Grotkamp-Schepers (Hrsg.); Antoinette Lepper-Binnewerg: C. Hugo Pott – Bestecke und Tafelgerät (1904 – 2005), Ein Beitrag zur Designgeschichte des 20. Jahrhunderts, Pagina Verlag, Goch 2014. 2 Bände, 240 Seiten und 296 Seiten.

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