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Außereuropäische Waffen

Afrikanische und asiatische Klingenkunst

Nicht nur die europäischen Zentren der Klingenproduktion wie Solingen oder Toledo brachten ihre Waren nach Asien, sondern es geschah auch in die andere Richtung – asiatische Waffen wurden nach Europa exportiert und sogar bereits in Asien als Exportgüter produziert. Verbesserte Reisemöglichkeiten und technische Fortschritte unterstützten diese wechselseitigen Einflüsse.

Viele der asiatischen Blankwaffentypen kommen uns vertraut vor: Der indische Tulwar oder das persische Äquivalent, der Shamshir, sind klassische Säbel, die seit der mongolischen Eroberung diese Länder prägten. In diesem riesigen Gebiet gab es ebenfalls zahlreiche Formen von Dolchen wie Kard, Kandjar, Kindjal, Peshkabz.

Der Yatagan ist eine Waffe der Balkanländer unter der osmanischen Herrschaft. Die Klingenform dieser Waffe zeigt den Einfluss des Säbels. Die Form des Fächergriffs wiederum weist auf die uralten Traditionen in Luristan hin, wo sich die wechselseitigen Einflüsse von Europa und Asien trafen. Im chinesischen Raum gibt es sowohl klassische Schwerter als auch Säbel. Höchste Klingenkunst erfuhren die Blankwaffen in Japan, wo sie sich zu einer ganz eigenen Form des Schwertes (Katana, Wakizashi, Tachi) entwickelten.

Sonderformen lassen sich vor allen Dingen in kleineren und abgeschiedenen Bereichen finden. So gibt es eine Sonderform des Dolches auf Sri Lanka, die Kastane. Der nepalesische Kukri wurde von Gurkhas (einer Elitetruppe in Nepal) eingesetzt. Ein Kukri besitzt eine stark gekrümmte, schwere Klinge, deren Schwerpunkt zur Klingenspitze verlagert ist. Der Griff wird gerne mit Fabeltieren verziert. Dem indonesischen Kris mit seiner meist in Damaststahl geschmiedeten Klinge werden spirituelle Kräfte nachgesagt. Die meisten Griffe sind als hinduistische Schutzgottheiten gestaltet, die den Träger vor bösen Geistern schützen sollen und die Verwendung für zeremonielle Zwecke begünstigen.

In Afrika wiederum existiert neben den Schwertern und Säbeln der vorwiegend arabischen Länder die Sonderform des Wurfmessers. Diese gewaltigen Waffen, in Zentralafrika beheimatet, sind multifunktional. Durch mehrere Klingen soll nicht nur die Aerodynamik gesteigert werden, sondern auch die Funktion, so ist die eine Klinge ein Hackbeil, die nächste ein Kochmesser und die andere ein Jagdmesser.

Publikationen

Ausgewählte japanische Kunstschwerter, Selected fine japanese swords, (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung bedeutender japanischer Kunstschwerter aus europäischem Privatbesitz, 2002), dieser Katalog dokumentiert nicht nur die Ausstellungsstücke, sondern ist darüber hinaus auch eine Einführung in die Kunst der japanischen Schwertschmiede, umfangreiches Glossar, Klingenzertifikate in japanischer Sprache, München 2002, 334 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Text in Deutsch, Englisch und Japanisch.

Grotkamp-Schepers, Barbara (Hrsg.); Berkel, Maximilian; Hoffmeister, Lutz, Von Göttern und Dämonen, Asiatische Blankwaffen (Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung vom 1. Juli 2013 bis zum 27. November 2013 im Deutschen Klingenmuseum Solingen), Solingen 2013, 36 Seiten, zahlreiche Abbildungen.

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