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Antike

Von der Bronzezeit zur Eisenzeit

Seit der frühen Bronzezeit gibt es Blankwaffen. Die ersten bronzezeitlichen Dolche und Kurzschwerter im Deutschen Klingenmuseum stammen aus Luristan, einer Region im ehemaligen persischen Reich. Das historische Luristan umfasst heute den Großraum zwischen dem nordwestlichen Iran und den Grenzgebieten zu Irak, Afghanistan und zu Teilen Pakistans. Die im Klingenmuseum gezeigten Dolche aus Luristan sind in der Zeit zwischen 3.000 v. Chr. und 800 v. Chr. entstanden, wobei die jüngeren Stücke bereits zur Epoche der Eisenzeit gehören.

Der Prototyp der Kurzwaffe aus Luristan ist der Fächergriffdolch mit einem Griffabschluss in der charakteristischen Fächerform, die auf die spezifische Anwendung der Waffe hinweist. Es ist keine Hieb-, sondern eine Stichwaffe. Das breite Griffende dient dazu, den Handballen darauf zu drücken, um die Waffe durch den Panzer des Feindes zu stoßen.

Auf die Bronzezeit folgte die Eisenzeit ab ca. 1000 v. Chr. Aus dieser Epoche sind weniger Waffen erhalten, was einfache Gründe hat: Durch die Problematik, dass Eisen im Gegensatz zu Bronze rostet, gibt es nur wenige Funde aus dieser Zeit. Dennoch sind aus dem antiken Griechenland und aus der keltischen Zeit noch relativ viele Waffen erhalten. In beiden Kulturen waren die Waffen personenbezogenes Eigentum, jeder Kämpfer stattete sich selbst aus und bewahrte seine Bewaffnung mit der Folge, dass viele Waffen durch Grabfunde erhalten sind. Dagegen war die Bewaffnung zur Zeit des antiken römischen Reiches nicht Eigentum des Kriegers, sondern des Staates, die Waffen waren sogenanntes ärarisches Eigentum, wurden von Soldat zu Soldat weitergegeben und schlichtweg bis zum Ende "benutzt". Die staatliche Organisation von Waffen, Kriegsgerät und Ausrüstung war sicher einer der Gründe für den immensen Erfolg des römischen Heeres.

Im Orient war die Eisenverhüttung um 1500 v. Chr. von den Hethitern in Anatolien, der heutigen Türkei, erfunden worden. Eisen war für Klingen weitaus besser geeignet als Bronze, das brüchiger, spröder und nicht gut zu schleifen war. Somit wurde die Eisenklinge die erfolgreichere Klingenart, die Verbindung einer solchen mit einem Bronzegriff war allerdings noch längere Zeit üblich.

Publikation

Grotkamp-Schepers, Barbara (Hrsg.); Seifert, Martina, Luristan, Blankwaffen der Bronzezeit, Bestandskatalog der Luristan-Dolche im Deutschen Klingenmuseum. Eine Einführung in das Sammlungsgebiet, ausführliche Dokumentation der Sammlung mit erläuternden Zeichnungen der Bronzewaffen, Solingen 2005, 60 Seiten, zahlreiche Abbildungen.

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