Ausstellung 21.11.2010 – 10.04.2011

Nur der geöffnete Brief erfüllt seine Funktion. Aber wie wird er geöffnet?
Zunächst einmal benötigte man überhaupt keinen Brieföffner. Denn bis in die Zeit um 1850 bestand ein Brief in der Regel aus einem Stück Papier, das innen beschrieben und außen adressiert wurde, dann gefaltet und mit Wachs oder Siegellack verschlossen, versiegelt und auf die Reise geschickt wurde. Einen Brieföffner kannte und brauchte man nicht. Der Gegenstand Brieföffner ist unmittelbar verknüpft mit der Einführung eines separaten Kuverts, das als Verpackung für den einliegenden Brief dient. Dies geschah in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Zahl der Briefe enorm wuchs (und die Papierkosten sanken) und das Postwesen dringend reformiert werden musste. Zunächst in England und dann Schritt für Schritt in den übrigen europäischen und überseeischen Ländern begann man, das Postwesen zu vereinheitlichen, indem Umschläge, Briefmarken, gleiche Tarife für gleiche Entfernungen, Vorauszahlung des Portos entwickelt und in den Jahrzehnten zwischen 1830 und 1870 zum Standard wurden.


Das Klingenmuseum präsentiert zur Geschichte des Brieföffners rund 350 Objekte. Den größten Teil, ca. 200 historische Öffner zwischen 1850 und 2000, erhält das Museum als Leihgaben eines privaten Sammlers. Einige bedeutende Leihgaben steuert das Museum für Post und Kommunikation in Berlin bei. Die Fachhochschule Düsseldorf steuert als zweiter Kooperationspartner studentische Projekte zu Brieföffner-Entwürfen sowie die Gestaltung und Ausführung einer kleinen Publikation bei (Betreuung Prof. Elisabeth Holder, Prof. Viktor Malsy, Herbert Schulze). Die rund 80 Brieföffner umfassende eigene Sammlung des Klingenmuseums wird ebenfalls gezeigt.

Publikation

Faltkatalog, hg. vom Deutschen Klingenmuseum Solingen, Barbara Grotkamp-Schepers. Die Inhalte beziehen sich auf eine Einführung zur Geschichte des Brieföffners, auf 20 ausgewählte Designer-Brieföffner sowie die Studentenentwürfe. 5 Euro

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